Apherese Eindrucksvolle Therapieerfolge

Wenn bei der Behandlung schwerer Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei zu hohem LDL-Cholesterinspiegel, die individuellen Zielwerte auf diätetischem oder medikamentösem Weg nicht erreichbar sind, oder lipidsenkende Medikamente nicht vertragen werden, kommt als ultimatives apparatives Therapieverfahren die so genannte Apherese (Lipoproteinapherese oder Blutfettwäsche) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein dialyseähnliches Blutreinigungsverfahren, das in der Regel einmal pro Woche eine circa zweistündige Behandlungsdauer in Anspruch nimmt. Während einer solchen therapeutischen Sitzung wird etwa das 1- bis 1,5-fache des Patientenblutvolumens über eine periphere Vene aus dem Körper geleitet und von schädlichen Blutfetten gereinigt. Insbesondere Cholesterin- und Lp(a)-Spiegel werden dabei um 60 bis 80 % reduziert.

Wie bereits unter 1.5.1. erwähnt, ist die sog. Lipoproteinapherese die einzige Möglichkeit, das atherosklerosefördernde, genetisch angelegte und durch Diät und Medikamente nicht adäquat behandelbare Lipoprotein(a) aus dem Körper zu entfernen. Die meisten Patienten, die aufgrund eines überhöhten Lp(a)-Spiegels mit der Apherese behandelt werden, haben aufgrund dieser häufig zu spät erkannten Fettstoffwechselstörung schon schwerwiegende Gefäßkomplikationen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle erlitten. Durch den dauerhaften Einsatz der Lipoproteinapherese kann das Risiko solcher atherosklerotischer Folgeerkrankungen bei den betroffenen Patienten um bis zu 90 % gesenkt werden.
Erwähnenswert dabei ist, dass mit der Lipoproteinapherese nicht nur LDL-Cholesterin und Lp(a), sondern eine Reihe von weiteren atherosklerose-, thrombose- und gefäßentzündungsfördernden Stoffen wie Gerinnungsfaktoren und Entzündungsmediatoren aus dem Patientenblut entfernt werden können.

Das Apheresezentrum am MVZ Kempten-Allgäu zählt in der Kombination aus Patientenversorgung und wissenschaftlicher Tätigkeit im nationalen und internationalen Vergleich zu einer der führenden Einrichtungen. Hier wurden seit 1996 circa 90.000 Apheresebehandlungen auf diversen Indikationsfeldern, davon 95% bei Erkrankungen des Fettstoffwechsels, durchgeführt. Heute beläuft sich die Zahl der therapeutischen Sitzungen auf fast 10.000 pro Jahr. In den vergangenen 10 Jahren wurden im MVZ Kempten-Allgäu mehrere national und international anerkannte Apheresestandards für Ärzte und Pflegepersonal mitentwickelt und weitere 50 deutsch- und englischsprachige wissenschaftliche Schriften zum Thema Apherese verfasst.

Apherese: auch erfolgreicher Einsatz außerhalb der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen
Wie bereits erwähnt, werden am MVZ Kempten Apheresebehandlungen auch bei Patienten mit diversen anderen Erkrankungen durchgeführt. Prinzipiell können durch dieses Blutreinigungsverfahren ganz unterschiedliche Stoffe aus dem Blut entfernt werden, die den Körper krank machen. Neben den genannten Blutfetten sind dies eine Reihe von anderen Substanzen, die das Blut dick- und zähflüssig machen. Diese sind in erster Linie Blutgerinnungsfaktoren und entzündungsfördernde Stoffe. Durch deren Elimination sowie die Entfernung der auch erheblich die Fließeigenschaften des Blutes beeinträchtigenden Lipoproteine LDL-Cholesterin und Lp(a) verbessert sich während einer nur zweistündigen Behandlung die Durchblutungssituation in praktisch allen Organen des Körpers schlagartig. Diese Tatsache macht man sich beispielsweise zueigen bei der Behandlung des akuten Hörsturzes und des diabetischen Fußsyndroms sowie anderer Erkrankungen, bei denen eine Störung der Organdurchblutung im Vordergrund steht.

Eindrucksvolle Therapieerfolge wurden in den vergangenen Jahren aber auch bei der Behandlung von immunologischen Erkrankungen, vor allem auf neurologischem Gebiet, erreicht. Durch die Entfernung von so genannten Autoantikörpern, körpereigene Abwehrstoffe, die, bedingt durch ein fehlgeleitetes Immunsystem des Patienten, fälschlicherweise nicht gegen äußere Aggressoren, sondern gegen eigene Organe gerichtet sind, können Erkrankungen wie beispielsweise akute Schübe der Multiplen Sklerose sehr gut behandelt werden.

Neuerdings werden von den Aphereseärzten des MVZ Kempten-Allgäu in Kooperation mit der Kardiologischen Klinik des Klinikums Kempten-Oberallgäu sogar Patienten mit akutem Herzinfarkt mit der Apherese behandelt. In einer erst kürzlich abgeschlossenen Pilotstudie haben die Ärzte nämlich zeigen können, dass das Ausmaß des Herzmuskelschadens nach akutem Herzinfarkt wesentlich geringer ist, wenn innerhalb von 48 Stunden der entzündungsvermittelnde Stoff CRP mit einer Apherese aus dem Blut des Infarktpatienten eliminiert wird. Ähnliche Behandlungserfolge kann man sich in Zukunft möglicherweise auch bei Schlaganfallpatienten erwarten. Ob diese hoffnungsvolle Annahme stimmt, muss allerdings erst in weiteren Studien untersucht werden, die bereits in Planung sind. Die Zukunft der Apherese hat also bereits begonnen.

Hier finden Sie den Artikel: Aus dem Körper entfernen, was krank macht

Informationen rund um die Behandlung

Auf Anfrage führen wir Sie gerne vor Behandlungsbeginn durch unsere Aphereseräumlichkeiten. Ebenso ist ein Erfahrungsaustausch mit Patienten, die sich bereits im chronischen Aphereseprogramm befinden, möglich.

Unsere Behandlungszeiten
Montag          7:00 – 22:00 Uhr
Dienstag        7:00 – 14:00 Uhr
Mittwoch       7:00 – 22:00 Uhr
Donnerstag   7:00 – 14:00 Uhr       
Freitag            7:00 – 22:00 Uhr

Wir bieten unterschiedliche Behandlungszeiten an, um jedem Patienten in seiner individuellen Alltagsgestaltung entgegenzukommen.

Wir bieten in der Apherese

Ihre Ansprechpartner Für den Bereich Apherese

Sr. Kerstin Rziha

Pflegedienstleitung Apherese und Dialyse

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Silvana Filleböck

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