Dienstag, 23.04.2019


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Typ 1 Diabetes mellitus

Die Diagnose Diabetes mellitus besagt, dass die Blutglucose (Blutzucker) über die Norm erhöht ist. Liegt ein Typ 1 Diabetes mellitus als Grund für die Blutglucose-Erhöhung vor, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die speziell die Insulin-produzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Dadurch gerät der Mensch in einen Insulinmangel und muss unverzüglich mit Insulin behandelt werden. Ein ausführliches Therapietraining ermöglicht es dem betroffenen Patienten, möglichst eigenständig seinen Diabetes mellitus im Alltag zu führen. Moderne Insuline und einfach zu handhabende technische Hilfsmittel erleichtern die optimale Anpassung des Stoffwechsels an die persönlichen Lebensumstände.


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Typ 2 Diabetes mellitus

Die Aussage, es handele sich bei dem Typ 2 Diabetes mellitus um eine "Wohlstandserkrankung" hat an Wahrheitsgehalt nichts verloren. Bei erblicher Veranlagung führen Übergewicht und Bewegungsmangel zu einer früheren Ausbildung eines Diabetes mellitus Typ 2. Es wäre falsch zu glauben, es handele sich um eine isolierte Erkrankung. Meist ist der Typ 2 Diabetes mellitus in das "Metabolische Syndrom" eingebettet, das sich bereits in früheren Lebensjahren mit Störungen des Fettstoffwechsels und einer erhöhten Blutdrucklage bemerkbar macht. Bereits in diesem Stadium existiert ein deutlich höheres Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verschlusskrankheit der Beingefäße. Daraus lässt sich die Wichtigkeit erkennen, Familienangehörige aus "belasteten Familien" sehr frühzeitig und konsequent hinsichtlich Blutdruck, Fettstoffwechsel und Glucosetoleranz zu untersuchen.

Bei dem Typ 2 Diabetes mellitus besteht im Gegensatz zum Typ 1 Diabetes mellitus das Problem nicht in einem absoluten Insulinmangel, sondern in einer Unempfindlichkeit des Körpers gegenüber dem eigenen Insulin. Wir sprechen deshalb von einer Insulinresistenz. Daraus ergibt sich das vorrangige Therapieziel, die Insulinempfindlichkeit des Körpers zu verbessern. Neben Körpergewichtsabnahme bei Übergewicht und körperlicher Bewegung stehen uns verschiedene Medikamente in Tablettenform zur Verfügung, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Typ 2 Diabetes mellitus zeigt aber zusätzlich eine fortschreitende Verminderung der eigenen Insulinproduktion über viele Jahre hinweg, so dass die Therapie an das jeweilige Krankheitsstadium angepasst werden muss. In allen Untersuchungen weltweit hat sich gezeigt, dass im Falle einer unterstützenden Insulin-Therapie die Kombination mit Tabletten gewählt werden sollte, da sie nach wissenschaftlichen Untersuchungen die bessere Behandlungsform gegenüber einer alleinigen Insulin-Therapie darstellt. Insgesamt ist die komplexe Behandlung des Typ 2 Diabetes mellitus eine der größten Herausforderungen der Inneren Medizin.


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Diabetes während der Schwangerschaft (Gestationsdiabetes)

Jede Erhöhung des Blutglucosewertes während der Schwangerschaft nennt man "Gestationsdiabetes". Die Behandlung sollte in den Händen eines Diabetologen liegen. Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes sind:
  • Diabetes bei Eltern / Geschwistern
  • Übergewicht (BMI ≥ 27,0 kg / m² vor der Schwangerschaft)
  • Gestationsdiabetes in früherer Schwangerschaft
  • Geburt eines Kindes über 4.500 g
  • Geburt eines Kindes mit schwerer Fehlbildung
  • drei oder mehr Fehlgeburten
  • Zustand nach Totgeburt
Liegt einer dieser Risikofaktoren vor, sollte ein Glucose-Belastungstest bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden. Bei allen übrigen Schwangeren sollte ein oraler Glucose-Belastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Störungen des Glucosestoffwechsels in der Schwangerschaft müssen unverzüglich behandelt werden, um Schäden von dem ungeborenen Kind und der Mutter fernzuhalten. Wird ein Gestationsdiabetes fachmännisch behandelt, lässt sich nach neueren Studien die Komplikationsrate für Mutter und Kind auf das Normalmaß von Nicht-Diabetikerinnen herabsetzen.

Besorgniserregend sind zum einen die Zunahme des Gestationsdiabetes in der Bevölkerung sowie die Zurückhaltung offizieller Gesundheitsstellen hinsichtlich eines generellen Risikoscreenings bei Schwangeren.

Frauen, die von einem Gestationsdiabetes betroffen sind, sollten 6 bis 12 Wochen nach der Geburt erneut einen oralen Glucosetoleranztest durchführen lassen, um das unbemerkte Fortbestehen eines Diabetes mellitus rechtzeitig erfassen zu können.


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Metabolisches Syndrom

Das "Metabolische Syndrom" wird nach der "Internationalen Diabetes Vereinigung" (IDF) folgendermaßen definiert:

Bauchumfang über 94 cm für Männer und über 80 cm für Frauen (das "National Cholesterol Education Program (NCEP-ATP III)" definiert den Bauchumfang für Männer mit ≥ 102 cm und für Frauen mit ≥ 88 cm) sowie zusätzlich zwei der folgenden Besonderheiten:
  • erhöhte Triglyceridwerte (Neutralfette): über 150 mg/dl oder Therapie einer erhöhten Triglyceridkonzentration
  • vermindertes HDL-Cholesterin: unter 40 mg/dl bei Männern und unter 50 mg/dl bei Frauen oder eine spezielle Therapie für diese Fettstoffwechselstörung
  • erhöhter Blutdruck: systolischer Wert über 130 mmHg oder diastolischer Wert über 85 mmHg oder eine Therapie gegen hohen Blutdruck
  • erhöhte Nüchtern-Glucosewerte: über 100 mg/dl oder ein bereits diagnostizierter Typ 2 Diabetes mellitus
Wegen der Körpergewichtsentwicklung in Richtung Übergewicht sowie dem steigenden Bewegungsmangel in den westlichen Zivilisationen wird eine deutliche Häufigkeitszunahme des Metabolischen Syndroms in der Bevölkerung angenommen (Wohlstandskrankheit). Das Auftreten eines Diabetes mellitus (oft harmlos als "Altersdiabetes" bezeichnet!!), eines Hochdruckes, einer Fettstoffwechselstörung (Cholesterin oder Triglyceride) sowie eines Übergewichtes ("gute Futterverwerter") spielen wegen der Folgeerkrankung von Herzinfarkt, Schlaganfällen oder Durchblutungsstörungen der Beine eine große Rolle. Zur wirkungsvollen Vorsorge solcher Gesundheitsschäden sollten sich Nachkommen belasteter Familien auch in jungen Jahren nicht damit zufrieden geben, grenzwertig hohe Blutdruckwerte auf die Aufregung während des Messens allein zurückzuführen oder "leicht erhöhte" Blutfettwerte als kleine Schönheitsfehler hinzunehmen. Die Ansicht ist irreführend, dass erst das Auftreten eines Diabetes mellitus den Menschen krank macht. Bereits vor Auftreten eines Diabetes mellitus liegt ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Verkalkung der Gefäße bei diesen Menschen vor.


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Alle übrigen Diabetesformen

Seltener als die oben genannten Diabetesformen finden sich Störungen des Glucosestoffwechsels bei Schädigung der Bauchspeicheldrüse durch chronische Entzündungen (Steinbildung, Alkohol etc.) oder auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente. All diese Diabetesformen bedürfen einer individuellen Diagnostik und Therapie.


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Diagnostik und Therapie sämtlicher diabetesbedingter Folgeerkrankungen

Die Behandlung des Diabetes mellitus ist über die Regulierung des Glucosestoffwechsels mit dem Ziel eines guten HbA1c-Wertes hinaus wesentlich komplexer. Die Verhinderung von Gefäßschäden ist vorrangiges Ziel der Therapie, da 80% der Diabetespatienten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben. Bei den heutigen Möglichkeiten einer guten Prävention von Endorganschäden sollten die Gefäße regelmäßig untersucht und frühzeitig behandelt werden.
Zur Grunddiagnostik der Blutgefäße bei Diabetes mellitus gehört die direkte oder indirekte Kontrolle der kleinen Gefäße (Mikroangiopathie). Dazu zählen:
  • Die kleinen Arterien der Netzhaut, die am Augenhintergrund direkt sichtbar sind und speziell durch erhöhte Glucosewerte geschädigt werden können. Die regelmäßige augenärztliche Kontrolle, zumindest einmal pro Jahr, ist deshalb notwendig.
  • Die Prüfung der Gefühlsnerven an den Füßen. Sie beinhaltet die Untersuchung des Vibrationsempfindens, der Kalt-/Warmunterscheidung sowie der Schmerzwahrnehmung.
  • Die indirekte Beurteilung der Nierengefäße. In erster Linie werden Untersuchungen im Blut und im Urin durchgeführt. In Form des ausgeschiedenen Eiweißes "Albumin" kann schon sehr frühzeitig festgestellt werden, ob der "Nierenfilter" noch ausreichend dicht ist.
Zur weiteren Diagnostik gehört die Inspektion der großen Gefäße (Makroangiopathie) wichtiger Körperregionen:
  • Die Halsgefäße werden auf Verkalkungen vornehmlich an der Aufzweigung der Halsschlagadern untersucht. Sie können hinsichtlich eines Schlaganfalles von besonderer Bedeutung sein.
  • Die Funktion der Herzkranzgefäße, die im Falle einer Verengung zu einem Herzinfarkt führen können, werden durch Belastungstests überprüft. Bei Diabetes mellitus ist zu beachten, dass im Falle eines Sauerstoffmangels im Herzmuskel das typische Druckgefühl im Brustraum bei körperlicher Belastung (Angina pectoris) nicht immer vorhanden sein muss! Darüber hinaus bestehen bei Diabetes mellitus zusätzlich Erkrankungen des Herzgerüstes und der "Herznerven", die Störungen der Pumpfunktion und des Herzrhythmuses hervorrufen können.
  • Verengungen der Fußarterien können heute neben der Blutdruckmessung an den Fußknöcheln durch eine Doppler-/Duplexuntersuchung direkt sichtbar gemacht werden. Sie sind im Rahmen des "diabetischen Fußes" von besonderer Bedeutung.
Um diesem komplexen Krankheitsbild neben der Diagnostik auch in der Therapie gerecht zu werden, sind folgende Ziele zu erreichen:
  • Blutzuckerkontrolle: HbA1c-Wert unter 7 %, besser unter 6,5 %
  • Blutdruck-Selbstkontrollen: alle Werte unter 135/85 mmHg, bei Nierenschäden um 120/80 mmHg
  • Triglyceridwerte: unter 150 mg/dl
  • LDL-Cholesterinwerte: unter 100 mg/dl, evtl. unter 70 mg/dl
  • Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern (Acetylsalicylsäure 100 mg täglich)
  • Normalisierung des Körpergewichts oder Reduktion des bestehenden Übergewichts um mindestens 10 %
  • ausreichend körperliche Bewegung
Es konnte in gut kontrollierten Untersuchungen gezeigt werden, dass unter diesen Therapieanstrengungen mindestens die Hälfte aller gefürchteten Organschäden vermieden werden kann.


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