Freitag, 19.07.2019


Willkommen

Unser Gebäude

Unser Anspruch

Intern. Praxisklinik

Diabeteszentrum

Dialyse

Apherese

Med.-Päd. Zentrum

Unsere Ärzte

Unser Team

Veranstaltungen

Stellenangebote

Kontakt/Anfahrt

Links

Impressum

Datenschutz

Altersabhängige Makuladegeneration (trockene Form der AMD)

Rheopherese als neue Behandlungsmethode bei altersabhängiger Makuladegeneration

Etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland leiden an einer Augenerkrankung, die ab dem 55. Lebensjahr und mit fortschreitendem Alter in zunehmender Häufigkeit (bei jedem Dritten über 75 Jahre) auftritt: die so genannte altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Bei der AMD geht ausgerechnet der nur wenige Millimeter große, aber kostbarste Teil der Netzhaut, der gelbe Fleck oder Makula zugrunde. So wichtige Sehleistungen wie Lesen, Er-kennen von feinen Einzelheiten und die Unterscheidung von Farben werden an diesem zentralen Punkt des Auges erbracht. In der Makula befinden sich so viele Sehzellen wie nirgends sonst auf der Netzhaut. Diese Sinneszellen haben einen enormen Energiebedarf, um scharfes Sehen zu ermöglichen. Wird im fortgeschrittenen Lebensalter die Durchblutung der Aderhaut – auch infolge zusätzlicher Risikofaktoren wie erbliche Belastung oder Rauchen – schlechter, so verlieren die Sehzellen aufgrund mangelnder Nährstoffversorgung ihre Funktion und sterben ab. Dazu kommt, dass Stoffwechselmüll nicht mehr ausreichend abtransportiert wird und sich auf der Netzhaut ablagert (sog. Drusen). Nach über Jahren hinweg schleichendem Verlauf geht die Erkrankung häufig über in die feuchte oder späte Form mit Einsprießen neu gebildeter krankhafter Blutgefäße in die Netzhaut und raschem Fortschreiten der Sehbehinderung bis hin zur Erblindung.

Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose AMD eine zunehmende Einschränkung des zentralen Sehens. Patienten sehen in der Mitte verschwommen und verzerrt oder lediglich einen dunklen Fleck. Dies führt zu einem Verlust der Lesefähigkeit und Verkehrstauglichkeit und damit zu einer enormen Einbuße an Lebensqualität. Eine Heilung gab es bisher nicht. Mit der so genannten Rheopherese steht jetzt eine neue, bisher einzigartige Therapie zur Verfügung, die große Zuversicht für Patienten mit trockener AMD bringt. Diese bereits in den 90er Jahren von Wissenschaftlern an der Universitäts-Augenklinik Köln entwickelte Behandlungsmethode wird derzeit von zahlreichen amerikanischen Ärzten erprobt. Die bisher vorliegenden Studienergebnisse sind dabei vielversprechend. So konnte bei den Rheopherese-behandelten Patienten eine über Jahre anhaltende Verbesserung des Sehvermögens gefunden werden, während es im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen bei scheinbehandelten Vergleichsgruppen zu einer zunehmenden Verschlechterung kam.

Bei der Apherese oder Rheopherese handelt es sich um ein langjährig erprobtes Blutreinigungsverfahren, welches ursprünglich zur Therapie von Durchblutungsstörungen entwickelt wurde. Dabei werden dem Blut gezielt Stoffe (z. B. Fette und Gerinnungsfaktoren) entzogen, die zu einer Störung der Blutfließeigenschaft führen. Durch die Behandlung wird eine sofortige Verbesserung der Durchblutung des Augenhintergrundes und damit eine Verbesserung der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Zellen erreicht. Es resultiert eine anhaltende Erholung der Netzhautfunktion sowie des Sehvermögens. Im Allgemeinen werden acht, ca. zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmende Behandlungen innerhalb von zehn Wochen benötigt. Durch wenige Wiederholungsbehandlungen nach jeweils zwölf Monaten kann der Therapieerfolg langfristig stabilisiert werden. Bei diesen erfreulichen Aussichten ist es besonders bitter, dass die Rheopherese-Behandlung der AMD von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit noch nicht geregelt erstattet wird, während der größte deutsche Privatversicherer erfreulicherweise die Therapiekosten bereits übernimmt.

Eindrucksvoll sind einfache Handhabung, Sicherheit und gute Verträglichkeit der Rheopherese-Behandlung. Im MVZ Kempten-Allgäu, dem deutschlandweit größten Apheresezentrum, sind bisher über 30.000 Apheresebehandlungen durchgeführt worden. Dabei ist keine einzige ernsthafte Nebenwirkung oder Komplikation registriert worden. Angesichts des immer breiter werdenden Einsatzspektrums der Apherese, das von der Fettstoffwechselstörung über das diabetische Fußsyndrom, bestimmte rheumatologische, dermatologische und neurologische Krankheitsbilder bis hin zum Hörsturz und zur Makuladegeneration des Auges reicht, ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Nephrologen und anderen medizinischen Fachbereichen enorm wichtig. Im Falle der AMD kann ausschließlich der Augenarzt die Indikation zur Blutwäsche stellen, die dann vom Nephrologen durchgeführt wird.



Typische Sebeeinträchtigung bei altersabhängiger Makuladegeneration

Design by ID.KOM Sitemap Druckoptimierte Version Top