Dienstag, 23.04.2019


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H.E.L.P.-Apherese (Fa. B. Braun, Melsungen)

Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation

Beschreibung und Funktionsprinzip:

Der Begriff "Apherese" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Herausziehen. Bei der Lipid-Apherese (nach H.E.L.P.-Technik) werden über ein Filtersystem hauptsächlich LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a) und Fibrinogen, als Gefäßrisikofaktoren, die eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) verursachen, dem Körper entzogen.
 
Das Patientenblut wird dabei von einem (Plasmapherese)-Filter vorübergehend in die festen Blutbestandteile (Blutkörperchen, Blutplättchen etc.) und Plasma (Blutflüssigkeit) getrennt. Während die festen Blutbestandteile unbehandelt sofort wieder dem Patienten zugeführt werden, durchläuft das zu "reinigende" Plasma mehrere Prozeduren. Um gezielt LDL, Lipoprotein(a) und Fibrinogen dem Körper entziehen zu können, muss es zunächst mit Heparin und Natriumacetatpuffer (pH 4,85) versetzt und dadurch angesäuert werden. Im sauren Medium (pH-Wert 5,12) fallen die zu eliminierenden Substanzen (insbesondere LDL-Cholesterin) aus und lassen sich so über einen Spezialfilter (Präzipitationsfilter) aus dem Plasma entfernen. Das gereinigte Plasma wird dann vom künstlich zugesetzten Heparin wieder befreit (Heparin-Absorber) und nach einer Alkalisierung des angesäuerten Plasmas (Rückführung auf einen physiologischen pH-Wert von 7,4) durch eine Bicarbonat-Dialyse (Dialysefilter) zusammen mit den zuvor abgetrennten Blutbestandteilen als "gereinigtes Blut" dem Patienten wieder zurückgegeben. Diese Behandlung, bei der ca. 3 l Plasma gereinigt werden, dauert ca. 2 Stunden und wird im Allgemeinen etwa einmal pro Woche durchgeführt. Im Rahmen einer einzigen Behandlung können LDL-Cholesterin – Lipoprotein(a) – und Fibrinogen-Spiegel um 60% - 75% abgesenkt werden. Durch zusätzliche Einflussnahme auf weitere Gerinnungsfaktoren und Entzündungsparameter erklärt sich der positive Soforteffekt auf Plasmaviskosität und Hämorheologie, der sich in einer rasch einsetzenden und anhaltenden Verbesserung der Blußfließeigenschaft äußert.
 
Medizinische Bedeutung:

Es werden Patienten mit bekannter koronarer Herzerkrankung oder anderen Arteriosklerosemanifestationen und gleichzeitig bestehender Fettstoffwechselstörung behandelt, bei denen hohe Lipoprotein(a)-Werte vorliegen oder sich die LDL-Cholesterinwerte trotz diätetischer Maßnahmen und intensivierter medikamentöser Therapie nicht unter 100 mg/dl senken lassen. Nur so kann das rasche Fortschreiten der Erkrankung verhindert und damit die Lebenserwartung verlängert werden (Reduktion der Myokardinfarktrate um 84% innerhalb von 5 Jahren durch Einleitung einer H.E.L.P.-Apherese möglich). Allerdings ist dieses Verfahren sehr teuer und wird dem Patienten deshalb von den Kassen nur nach einem aufwändigen Genehmigungsverfahren ermöglicht. Bisher wurden weltweit über 350.000 H.E.L.P.-Einzelbehandlungen durchgeführt. H.E.L.P. stellt damit das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Blutfettwäsche dar.
Bei Patienten mit Durchblutungsstörungen und Wundheilungsstörungen im Rahmen einer starken Entzündungsreaktion kann die Fließeigenschaft des Blutes durch die H.E.L.P.-Apherese (Fibrinogenabsenkung) verbessert werden. Dies führt häufig zu einer drastischen Besserung der Beschwerden und zum Abheilen der Wunden (Behandlung des Raucherbeins und des diabetischen Fußsyndroms).
Ein neues Indikationsfeld für die H.E.L.P.-Apherese stellt die Behandlung des akuten Hörsturzes dar. In Zukunft wird man darüber hinaus durch verschiedene Aphereseverfahren (Dali u. Prosorba® Fa. Fresenius – MDF® Fa. Diamed - Adacolumn® Fa. Otsuka - Coraffin® Fa. Affina) rheumatologische und entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa und M. Crohn), kardiologische Erkrankungen (Cardiomyopathien), generalisierte entzündliche Prozesse (Sepsis) sowie ophthalmologische Erkrankungen (Makuladegeneration) behandeln.
Im MVZ Kempten-Allgäu, dem deutschlandweit größten Apheresezentren, sind bisher über 30.000 Apheresebehandlungen durchgeführt worden. Dabei ist keine einzige ernsthafte Nebenwirkung oder Komplikation registriert worden.

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